Most liked posts

Retrospektiven: Mit dem Blick zurück nach vorn

Veränderung wirkungsvoll gestalten
By Stefan Nowaczynski 6 Monaten agoNo Comments
Home  /  Agiles Coaching  /  Retrospektiven: Mit dem Blick zurück nach vorn

Erfolgreiche Retrospektiven: Mit dem Blick zurück nach vorn

„Der Faktor ‚Mensch’ ist wesentlicher Bestandteil aller Veränderungsprozesse und gleichermaßen der kritische Erfolgsfaktor.“ (FAZ, 21.06.1999)

„Es läuft doch gut so, wie es läuft“. Ehe man sich versieht, manövriert man sich mit diesem Verhalten schnell in eine Situation des Stillstand und ist meiner Erfahrung nach ungeheuer gefährlich. Wer sich nicht bewegt, verändert auch nicht sein Verhalten die Dinge besser zu machen und daraus zu lernen.

Dringlichkeit für eine erfolgreiche Veränderung erkennen

Agile Teams arbeiten mit Retrospektiven, um rückblickend ihren Prozess zu verbessern. Allerdings müssen die Verbesserungen auch für die Teammitglieder Sinn ergeben. Es muss eine echte Dringlichkeit für die Veränderung erkennbar sein.

Die meisten Veränderungen Scheidern, weil immer wieder über dasselbe Thema gesprochen wird und nichts passiert. Es fehlt, einfach an der Dringlichkeit die Dinge anzupacken und zu ändern.

Dringlichkeit ist was anderes als „wichtig“

Dringlichkeit hat eine sachliche und emotionale Seite und ist dann vorhanden, wenn in soziale Gruppen die Erkenntnis herrscht: „Wir müssen gemeinsam handeln“

Wir. Gemeinsam. Jetzt. Unbedingt

Du willst nichts verpassen? Hier gibt es Deinen Wissensvorsprung per E-Mail!  

Kennst Du die Agile Supervision für Agile Coache?

Teamverhalten und Veränderungen

Veränderungen fallen uns nicht leicht und bedeuten auch immer die eigene Komfortzone zu verlassen.  Erst wenn jemand dazu bereit ist, dass Vertraute hinter sich zu lassen, ist er auch bereit sich auf ein neues Verhalten einzulassen. Die Motivation auf Veränderung steigt.

Motivation und Veränderung

Daniel H. Pink beschreibt 3 Faktoren zur Motivation von Mitarbeitern.

  • Autonomie: Selbstbestimmt handeln
  • Können: In einer Sache immer besser werden
  • Sinn: Der Wunsch, seine Arbeit im Zusammenhang einer Sache zu sehen, die wesentlich größer ist, als das eigene Schaffen (Die Sinnhaftigkeit einer Aufgabe)

Glücklich schätzen können sich die jenigen die alle 3 Faktoren der Motivation miteinander verknüpfen können. Sie sind deutlich leistungsfähiger und motivierter.

Gerald Hüther verfolgt dabei einen ganz ähnlichen Ansatz. Er beschreibt ebenfalls 3 Faktoren zur Motivation. Er trifft die Annahmen das selbstbestimmte Menschen  frei, kreativ sind und selbst gesteckte Ziele verfolgen.

  • Sinn: Nur Arbeiten um der Arbeitswillen ist sinnlos und ergibt keinen Sinn. Vorallem nicht bei unbegründeten Arbeitsprozessen.
  • Kohärenz (Zusammenhang): Eine Maßnahme (Action Item) als Ergebnis einer Retrospektive unterteilt sich in nachvollziehbare Prozessschritte.
  • Wirksamkeit: Der Gesamterfolg ist nachvollziehbar, durch die Wirksamkeit jedes Einzelnen.
    Die eigene Wirksamkeit ist sichtbar.

Die Motivation wird gemindert, wenn einer der 3 Faktoren nicht eintritt und nicht selten ensteht Widerstand.

Kleine Schritte – wenige Maßnahmen

Gerade bei Retrospektiven und Veränderungsprozessen ist es sehr sinnvoll in kleinen Schritten zu arbeiten. Zu viele Maßnahmen und ein zu großes Ziel verhindern Veränderungen. Die Erfahrung zeigt, dass es nicht mehr als zwei Maßnahmen braucht, um in kleinen Schritten eine Veränderung zu bewirken. Zur Umsetzung hat sich das PDCA Modell bewährt.

Was sind die Gründe, warum Veränderungen scheitern?

Gründen für eine fehlende Umsetzung der Maßnahmen aus der Retrospektive können die fehlende Motivation (siehe Daniel H. Pink) und die fehlende Sinnhaftigkeit sein. Ist dem so, baut sich Widerstand auf.

Widerstand gegen Veränderungen haben unterschiedliche Ursachen:

  • Fehlendes Problemverständnis der Teammitglieder
    („Veränderungen sind doch gar nicht nötig, es läuft doch alles gut“)
  • Fehlendes Vertrauen
  • Keine aktive Beteiligung der Teammitglieder in der Retrospektive (Teammitglied ist nur passiver Beobachter)
  • Angst der Teammitglieder vor zusätzlicher Arbeit
  • Zielkonflikte (das Ziel der Veränderung decken sich nicht mit den eigenen Zielen)

Kennst Du die Agile Supervision für Agile Coache?

Du willst nichts verpassen? Hier gibt es Deinen Wissensvorsprung per E-Mail!  

Verhalten bei Veränderung und die sieben Grundtypen

Teammitglieder verhalten sich bei Veränderung unterschiedlich. Es gibt sieben Grundtypen.

  • Visionäre und Missionare
    Eine Gruppe von Menschen, die an der Veränderung mitarbeiten und die eine Dringlichkeit erkennen. Als Missionare versuchen sie andere, von der Veränderung zu überzeugen.
  • Aktive Gläubige
    Das ist die Gruppe, die von der Veränderung überzeugt ist und aktiv mitarbeiten will.
  • Opportunisten
    Sie überlegen, welche Vor- und Nachteile persönlich von der Veränderung zu erwarten sind. Meistens sagt sie, dass die Veränderung notwendig ist, und äußert sich positiv. Anderen gegenüber verhalten sie sich wieder sehr skeptisch.
  • Abwartende und Gleichgültige
    Das ist die größte Gruppe im Unternehmen und die Bereitschaft aktiv an einer Veränderung mit zuarbeiten, ist sehr gering. Erst wenn die Veränderung spürbare Erfolge aufweist, sind sie bereit aktiv mit zuarbeiten.
  • Untergrundkämpfer
    Versteckter Widerstand und Gerüchte sind die Merkmale dieser Gruppe.
  • Offene Gegner
    Sie zeigen ganz offen, dass sie gegen die Veränderung sind. Sie sind davon Überzeug, dass die getroffene Entscheidungen falsch sind. Ihre Kritik ist meistens konstruktiv und kann die Veränderung positiv beeinflussen.
  • Emigranten
    Eine sehr kleine Gruppe von Mitarbeitern beschließt den Wandel nicht mitzumachen und verlässt das Team oder das Unternehmen.

Ob eine Retrospektive oder eine agile Transition, ganz gleich, es kommt auf die Dringlichkeit (ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugen), die Motivation der Teammitglieder/Mitarbeiter an. Erfolgreiche Veränderung funktioniert über die Motivation und die Sinnhaftigkeit.

In der Praxis hat sich bewährt, in einer Lösungssprache zu sprechen. Lösungssprache schafft Lösungen und Problemsprache schafft Probleme.

Ein schönes Beispiel für eine Lösungsorientierte Retrospektiv, zeigt uns Sebastian Radics.  Schritt für Schritt führt er die Teilnehmer zum Ziel.

Training | Moderation & Retrospektive

Keine Termine! Schau später noch einmal vorbei oder schreibe mir.

Quellen:

 

Categories:
  Agiles Coaching, Coaching, Retrospektive, Systemisches Coaching
About

 Stefan Nowaczynski

  (95 articles)

Hi, ich bin Stefan! Als Berater, Trainer und Coach begleite ich seit vielen Jahren Einzelpersonen, Teams und Organisationen in Veränderungsprozessen. Ich bin der Überzeugung, dass Menschen Erstaunliches erreichen können, wenn man ihnen zeig, wie sie ihre Stärken richtig einsetzen und ihre Chancen bewusst macht.